Corona-Virus: Situation an den Schulen in Polen

Corona-Virus: Situation an den Schulen in Polen

Am 12. März 2020 wurden alle polnischen Schulen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Der Termin der Wiedereröffnung wurde bereits mehrmals verschoben. Zurzeit findet der Unterricht bis zum 26. Juni, also bis Ende des Schuljahres, online statt. Seit dem 25. Mai werden Betreuungs- und Erziehungsmaßnahmen für Schüler/-innen der Klassen 1bis 3 Angeboten, Außerdemgibt es seit dem 1. Juni für Schüler/-innen aller Jahrgänge die Möglichkeit, individuelle Sprechstunden bei ihren Lehrkräften an Schulen in Anspruch zu nehmen. Das polnische Bildungsministerium hofft, dass ab dem 1. September 2020, also mit dem Beginn des neuen Schuljahres, die Schüler/-innen an die Schulen zurückkehren können. Die endgültige Entscheidung wird jedoch erst kurz davor getroffen, abhängig von der Entwicklung der Epidemie.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden auch die Prüfungstermine verschoben: Die Abschlussprüfungen für die Grundschule finden vom 16. bis zum 18. Juni statt, die Abiturprüfungen (ausschließlich in schriftlicher Form) vom 8. bis zum 29. Juni.

Noch vor der Schulschließung hatte das polnische Bildungsministerium am 27. Februar Empfehlungen an die Leiter/-innen von Kindergärten, Schulen und Bildungseinrichtungen verschickt, in denen von der Organisation jeglicher Klassenfahrten in vom Corona-Virus betroffene Länder abgeraten wurde. Auf diese Empfehlungen berufen sich die meisten Schulbehörden, die für die Bildung in den jeweiligen Regionen verantwortlich sind. Nur einzelne Schulämter haben eigene Anweisungen unter Berücksichtigung der Anordnungen anderer Institutionen, meistens der Woiwodschaftsämter erlassen. All diese Empfehlungen gelten bis auf Widerruf. So ist es momentan noch schwierig, die Situation für den internationalen Austausch im zweiten Halbjahr 2020 abzuschätzen.

Woiwodschaft Kujawien-Pommern

„Gemäß den Anweisungen des Staatlichen Woiwodschaftsinspektors für Hygiene in Bromberg (Bydgoszcz) vom 5. März 2020 (Amtszeichen: NHK.9011.2.6.2020) empfiehlt der Woiwode Kujawien-Pommerns den Organisatoren von Veranstaltungen, insbesondere mit einem internationalen Charakter und mit Beteiligung von Kindern und Personen aus Risikogruppen (chronisch Kranke, ältere Menschen) deren Organisation und Durchführung aufgrund der epidemiologischen Risiken zu unterlassen. Bei anderen Veranstaltungen wird den Organisatoren empfohlen, das Gesundheitsrisiko vor der geplanten Maßnahme zu analysieren.”

Woiwodschaft Lublin

„Im Zusammenhang mit dem im Inland bestehenden Epidemierisiko wird vom Leiter des Schulamts Lublin empfohlen: (…)

  1. In- und Auslandsklassenfahren, Veranstaltungen oder Ausflüge an Orte, an denen sich größere Menschengruppen versammeln sowie Aufnahmen von ausländischen Schüler/-innen im Rahmen eines internationalen Austausches einzustellen.”

Woiwodschaft Łódź

„Im Zusammenhang mit den Risiken der Verbreitung des Corona-Virus (…) erlässt der Woiwode von Łódź die Anweisung, keine Ausflüge und Fahrten für Schüler/-innen und Kinder zu organisieren sowie keine Gastgruppen von Schülerinnen und Schülern sowie Kindern aus anderen Schulen oder Einrichtungen aufzunehmen.”

Woiwodschaft Masowien

Der Woiwode Masowiens appellierte an die Schulleiter/-innen, ab dem 9. März bis auf Widerruf alle Ausflüge, Austauschprogramme und Auslandsfahren einzustellen.

Woiwodschaft Karpatenvorland

„Im Zusammenhang mit den potenziellen Risiken einer Ansteckung mit dem Corona-Virus empfiehlt [der Leiter des Schulamts Vorkarpaten – Anm. d. Red.] im Auftrag des Woiwoden des Karpatenvorlands:

  1. alle Veranstaltungen (die keine Bildungs- oder Erziehungsmaßnahmen darstellen), die von Schulen oder anderen Einrichtungen oder für sie organisiert werden, bei denen es erforderlich ist, dass die Schüler/-innen und Mitarbeiter/-innen den Sitz der jeweiligen Schule/Einrichtung verlassen, abzusagen sowie die internationale Aktivität einzustellen.”

Woiwodschaft Großpolen

„Im Zusammenhang mit der Bekämpfung von COVID-19 empfiehlt der Woiwode Großpolens allen Verwaltungsorganen der Regierungsbehörden und staatlichen juristischen Personen, Einheiten der regionalen Selbstverwaltung, juristischen Personen der Selbstverwaltung sowie Organisationseinheiten der Selbstverwaltung, die über keine Rechtspersönlichkeit verfügen, ab dem 10. März bis auf Widerruf:

  1. keine Aus- und Inlandsfahrten für Kinder und Jugendliche durch Schulen und Bildungseinrichtungen zu organisieren;
  2. keine organisierte Kinder- und Jugendgruppen aus dem Ausland durch Schulen und Bildungseinrichtungen aufzunehmen.”